Das Weltentor
"Kein Laut ertönte von den Riegeln der massiven Holztür, als Arak sie langsam zuzog. Hinter ihm kratzten Elestes Krallen nervös über den Steinboden. Als er sich umwandte sah er nur völlige Schwärze, als hätte er die Augen in einer Wolkigen Nacht geschlossen. 
 
"Du kannst sie rausholen, Eleste. Hier sind wir sicher!", 
 
flüsterte er so leise, dass er die Worte mehr formte als sprach. Ein schwacher Lichtschimmer leuchtete in Elestes Gewand auf und wurde rasch stärker, als sie die Traumschlange aus der Innentasche zog. 
 
Vor ihnen schälte sich im zunehmenden Licht ein Tor heraus. Auf den Rändern wandten sich kleine Schlangen in die Höhe, auf Drachengestalten zu, die Arak mit ausgebreiteten Flügeln und aufgerissenem Maul anzubrüllen schienen. Das Tor war in schwarzen, polierten Stein eingelassen, der schwache Reflexe des Lichtes warf. Jetzt erkannt Arak langsam die Form des Raumes. Er wölbte sich nach aussen, um bei dem Tor wieder zusammen zu fliessen. Nur in der Öffnung des Tores hing noch immer völlige Schwärze. Elestes leises Zischeln liess Arak aus seiner erstarrung erwachen. Leise flüsterte er 
 
"Siehst du, wir haben es geschafft. Das hier ist das Weltentor, das uns alle Wege öffnet." 
 
"Willst du da wirklich hindurch? Du weisst nicht, ob wir jemals wieder zurück können." 
 
Das Pochen von Schuhen auf hartem Stein lies sie zusammenzucken. Als sich die Holztür knirschend öffnete drückten sie sich an beide Seiten des Raumes, in der Hoffnung im schwachen Licht der Fackel des Neuankömmlings nicht gesehen zu werden.